1 1/2 Jahre Schweden – was ich gefunden habe, ohne es zu suchen.
Ein persönliches Fazit zwischen Himbeeren, Wohnmobil & drei ehrlichen Fragen…
Es ist 19:10 Uhr, und mein Hund “nervt” mich schon den ganzen Tag. Ich weiß nicht, wie er es macht, aber er spürt, dass ich den Gedanken hatte, heute Abend mit dem Wohnmobil ein bisschen durch die Gegend zu fahren und wieder in den Wald zu gehen. Also schleicht er die ganze Zeit um mich herum, bis ich schließlich sage: Okay. Feierabend für heute.
Das letzte Reading ist gegeben. Wir machen uns auf den Weg.
Gar nicht weit von uns ist ein schöner Platz. Wir stiefeln los, bewaffnet mit unserem Pilzhandbuch, denn hier in Schweden ist der Herbst wirklich angekommen. Es sind gerade mal zwölf Grad. Und zuallererst, wie so oft, suchen wir uns den nächsten Himbeerstrauch und naschen.
Ich bin wirklich ein Freund von veganen Burgern, Pizza und Pasta. Aber dieser abendliche Himbeersnack? Das ist für mich pure Magie. Und für meinen Hund auch, er liebt sie genauso wie ich. Vielleicht sogar mehr ;-).
Es sind diese kleinen Momente, die ich früher übersehen hätte. Früher, als mein Leben aus Terminen bestand, aus Verantwortung, aus Funktionieren. Heute stehe ich an einem Himbeerstrauch im schwedischen Wald und weiß nicht mehr so genau, wie ich eigentlich hierhergekommen bin, nur, dass ich genau hier sein will. Ja, genau das will ich mit jeder Faser und Zelle meines Körpers.
Was ich hier gefunden habe.
Während wir die Himbeeren naschen, wird mir wieder bewusst: Ich habe hier in Schweden etwas gefunden, ohne dass ich es eigentlich gesucht habe.
Eine tief empfundene Dankbarkeit dem Leben gegenüber. Demut & Ehrfurcht beschreiben es ganz gut.
Dieses Gefühl – ich bin verbunden mit Himmel und Erde – habe ich hier schon mehrfach erlebt. Man kann es nicht planen. Es ist einfach da. Es überfällt mich an einem ganz normalen Dienstagabend, wenn das Licht durch die Bäume fällt, oder morgens, wenn der Nebel über den Feldern liegt und alles still ist.
Und gerade an Tagen wie heute, wo ich nicht nur meine wundervollen Kunden begleiten darf, fühle ich mich ganz. Vollkommen ganz. Angekommen. Ja, ich als feuriger Schütze bin angekommen. Mit 45, einigen Umzügen, 15 Jahren Ehe in Liebe und Dankbarkeit losgelassen. Für einen Traum, meinen Traum.
Es reift ein Gedanke in mir: dass jeder Mensch – zumindest in meiner Weltanschauung – irgendwo so einen besonderen Platz hat. Einen Ort, an den er gehört, um sein besonderes Talent in die Welt zu bringen. Nicht jeder findet ihn. Und manche suchen ihr Leben lang, ohne je anzukommen.
Und zugleich glaube ich: Wenn wir nicht an diesem Platz sind, wenn wir dem Ruf, der in uns wohnt, nicht nachgeben – dann können wir diese Gabe auch nicht in die Welt bringen. Oder besser gesagt, es wird verdammt schwierig werden.
Die Gabe bleibt in uns stecken. Wie ein Lied, das nie gesungen wird.
Ich habe lange gebraucht, um diesem Ruf zu folgen. Zwanzig Jahre lang habe ich am Flughafen gearbeitet, eine Welt aus Krisen, Verantwortung und Anspannung. Ich war gut in dem, was ich tat. Sicherheitsleitstelle, Fraport, Führungskraft. Aber gut zu sein in etwas heißt nicht, dass es der richtige Platz ist. Das habe ich erst verstanden, als ich losgelassen habe. Den dieser Lebensabschnitt war einfach zu Ende.
3 Fragen, wenn du zwischen zwei Wegen stehst
Was mich in letzter Zeit beschäftigt: Sind das eigentlich alles meine Wünsche und Träume? Gedankenmonster und Vorstellungen?
Wer mich kennt, weiß: Ich bin sehr ambitioniert. Ich setze mir gerne Ziele, erreiche sie auch, tue einiges dafür. Und zugleich merke ich, wie vieles in den Hintergrund gerät. Nicht, weil es weniger wichtig wäre, sondern weil sich meine Prioritäten verschieben. Ich genieße hier nicht nur die Wochenenden mit dem Wohnmobil, sondern immer mehr auch den ganz normalen Alltag.
Was ich nach anderthalb Jahren Schweden wirklich mitgeben möchte, sind drei Fragen. Für alle, die gerade zwischen zwei Wegen stehen – die überlegen auszuwandern, zu kündigen, etwas Großes zu verändern.
1. Willst du wirklich hin zu?
Willst du wirklich hin zu diesem Ziel, diesem Land, diesem Lebensstil? Oder ist es eher eine Weg-von-Motivation – weil du in deiner Beziehung nicht mehr glücklich bist, in dem Land, in dem du lebst, oder in deinem Job?
Das ist eine der wichtigsten Unterscheidungen überhaupt. Denn wenn du nur weg willst, nimmst du dich selbst mit. Deine Unruhe, deine Unzufriedenheit, das, was dich innerlich treibt, das reist mit dir. Immer. Ein neues Land heilt keine alte Wunde. Wenn du aber wirklich hin zu etwas gehst, weil es dich ruft, dann trägt dich diese Bewegung. Meine Meinung und Erfahrung. Der Unterschied entscheidet, ob du ankommst, oder nur den Ort wechselst und deine Sorgen und Probleme verschiebst.
2. Was, wenn du die Geschichte gar nicht zu Ende schreiben musst?
Was, wenn dieser nächste Schritt genau das ist, nur der nächste Schritt? Um dann vielleicht eine neue, andere Entscheidung zu treffen?
Wir setzen uns oft so unter Druck, weil wir glauben, eine Entscheidung müsse für immer sein. Muss sie nicht. Du musst nicht heute schon wissen, wie das Ende aussieht. Du darfst einen Schritt gehen, schauen, was er mit dir macht, und dann weitersehen. Das nimmt so viel Schwere aus der Sache. Kein Weg ist in Stein gemeißelt. Einer meiner besten Mentoren sagt: Zurück geht immer, stimmt!
3. Sind das wirklich deine Ängste?
Sind das wirklich deine Wünsche, deine Gedanken, deine Ängste und Sorgen?
Hier kann ich aus dem Nähkästchen plaudern: Nach über 500 Readings merken viele meiner Kunden nach kurzer Zeit, dass viele ihrer Ängste gar nicht aus diesem Leben stammen – oder wirklich nur das sind, was sie sind: Gedankenmonster. Übernommene Sätze. Stimmen von früher, von Eltern, von einer Gesellschaft, die uns erzählt hat, was sicher ist und was nicht.
Und das Schöne ist: Es gibt Möglichkeiten, diesen Gedankenmonstern auf Augenhöhe zu begegnen. Sie zu erkennen, ist der erste Schritt. Denn eine Angst, die nicht dir gehört, darf gehen. Das Feedback meiner Kunden ist mehr Wert als jeder Gehaltsscheck den ich bekommen habe (Spoiler: Fraport zahlt echt gut:-)).
Was mit Geld nicht zu bezahlen ist.
Dieses Gefühl der tief empfundenen Dankbarkeit, der Verbundenheit mit Mutter Erde und Vater Himmel – das ist mit Geld tatsächlich nicht zu bezahlen.
Manchmal kommt der Gedanke: Wie würde mein Leben heute aussehen, wenn ich nicht gekündigt hätte? Wenn ich nicht gegangen wäre?
Aber die Antwort weiß ich nicht. Und ehrlich gesagt: Ich muss es auch nicht wissen. Denn was wirkliches, echtes Glück bedeutet, das habe ich erst hier in Schweden erfahren. Auf einer ganz anderen Ebene. Ich habe Menschen, Freunde gefunden, die mich wieder spüren lassen, was es wirklich heisst sich lebendig zu fühlen. Wir lachen über geplatzte Wasserfilter in der Küche, wer wieder mit dem Schneemobil irgendwo feststeckt und Hilfe braucht und vieles mehr.
Der frische Duft von Zimtschnecken. Der Kaffee in der Sonne, wenn ich morgens – bevor ich den Laptop aufklappe – mich in völliger Ruhe im Schlafanzug noch draußen hinsetze und einfach nur präsent bin. Kein Stress, kein Lärm, keine Hektik. Und dann meinen Tag beginne.
Das ist für mich unbezahlbar. Kein Gehalt der Welt, kein Titel, keine Sicherheit hätte mir das geben können. Ich musste es mir nehmen – oder besser: Ich musste den Mut haben, loszugehen und darauf zu vertrauen, dass es da sein würde. Bedingungsloses Vertrauen in mich und meine Selbstführung. Und genau daraus ist meine Mission für mein Business geworden. Von Option zur eigenen Priorität werden. Keine Tarot Märchenstunde, Ermächtigung!
Was ich mir für dich wünsche.
Ich wünsche dir, dass du den Mut hast, wirklich ehrlich hinzuschauen. Und dass dir zugleich bewusst wird, dass Lebenszeit begrenzt ist. Mit jedem Tag, der vergeht und der nicht wiederkommt.
Vielleicht ist dein Platz nicht Schweden. Vielleicht ist er ein anderes Land, eine andere Stadt, ein anderes Leben, oder genau da, wo du gerade bist, nur mit einem anderen Blick. Das darfst nur du herausfinden. Hab den Mut es zu tun.
Ich hoffe, dass du jeden Tag zumindest einen dieser Momente hast. Ich habe sie tatsächlich fast täglich. Momente, in denen ich weiß: Ich habe alles richtig gemacht.
Wenn dich diese Fragen beschäftigen und du spürst, dass du an einem Wendepunkt stehst – manchmal hilft ein Blick von außen, um zu erkennen, welche Stimme wirklich deine ist. Genau dabei begleite ich dich. Mein Newsletter gibt dir jede Woche ehrliche Einblicke. Und versprochen, keine Mails mit “in 48h steigt der Preis” ;-)
Denn es ist dein Leben und deine Lebenszeit. Ich öffne und halte den Raum, wandle mit dir durch die Dunkelheit bis du dein eigenes Licht wieder findest. Und 90% meiner wundervollen Soulclients sagen alle das selbe… “Ich kann es nicht erklären Nicole, aber ich wusste, ich will ein Reading von dir ;-)
Magische Grüsse aus Schweden
-Nicole